{"id":8582,"date":"2022-05-01T19:55:40","date_gmt":"2022-05-01T19:55:40","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--stffdelco-17a.ch\/?p=8582"},"modified":"2022-05-01T20:47:54","modified_gmt":"2022-05-01T20:47:54","slug":"nothing-compares-to-you","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--stffdelco-17a.ch\/index.php\/2022\/05\/01\/nothing-compares-to-you\/","title":{"rendered":"Nothing compares to you"},"content":{"rendered":"<p>An den Moment, an dem St\u00f6ff zum ersten Mal in meinem Leben auftauchte, kann ich mich noch genau erinnern. Ich war 15, war k\u00fcrzlich von Maur nach Meilen gezogen, war neu da und umgeben von Jugendlichen, die sich seit fr\u00fcher Kindheit kannten. Ich war etwas entwurzelt und unsicher in dieser Zeit. Nach einem Match oder nach einem Training muss es gewesen sein, als der junge St\u00f6ff noch auf dem Fussballplatz als Zuschauer auf mich zukam, mich mit seinen strahlend blauen Augen und einem breiten Grinsen ansprach. Keine Ahnung mehr worum es ging. Aber in seiner unnachahmlichen leichten und fr\u00f6hlichen Art auf Menschen zuzugehen, gab er mir zu sp\u00fcren, dass er mich toll fand und mich mochte. Ich sp\u00fcrte schon damals, was uns w\u00e4hrend all der folgenden Jahre verband. Seine Zuneigung, seine ihm eigene, offene Art auf Menschen zuzugehen und diese W\u00e4rme und Geborgenheit, die von ihm ausging. Unvergleichlich.<\/p>\n<p>Es dauerte aber noch einige Jahre, bis wir uns wirklich fanden. In K\u00fcsnacht, wo er in der Lehre ging und ich im Gymi war, kreuzten sich unsere Wege ab und zu. Erst als wir beide in der gleichen Mannschaft spielten, begann sich unsere Freundschaft zu zementieren. Mehr neben als auf dem Fussballplatz. Die \u00abwilden Jahre\u00bb begannen. Mit St\u00f6ff in den Ausgang zu gehen war immer grossartig. Man wusste nie was dabei herauskommt und wie es enden wird. Unz\u00e4hlige Parkette, \u00fcber die er &#8211; in seiner unvergleichlichen Art zu tanzen &#8211; schwebte und die Leute um ihn herum ansteckte mitzufeiern, meist bis der Club zumachte. Unvergessliche, durchtanzte N\u00e4chte. Beispielsweise als wir mit Martin an eine \u00abillegale Party\u00bb an der Pfingstweidstrasse gingen. Obwohl die R\u00e4umlichkeiten schimmlig und wir eigentlich fast die einzigen waren, tanzten wir durch, bis die Sonne aufging und sie uns rauswarfen. Martin war seit l\u00e4ngerem im Auto am Schlafen. Jeder andere w\u00e4re l\u00e4ngst nach Hause gefahren, aber Martin hat treu auf St\u00f6ff gewartet. Gemeinsam liessen wir den Abend mit einem Sprung in die kalte Limmat ausklingen. Wenn ich heute durch die Stadt laufe, kommen an zahllosen Orten sch\u00f6ne Erinnerungen an St\u00f6ff hoch und zaubern mir ein L\u00e4cheln ins Gesicht. St\u00f6ff hatte etwas Magisches an sich, etwas Unvergleichliches.<\/p>\n<p>Alle in meinem Freundeskreis und meiner Familie mochten St\u00f6ff. Einzige Ausnahme war Karinas Katze, Shiva, der sich durch St\u00f6ffs Schnarchen auf der G\u00e4stematratze in seinem Reich gest\u00f6rt f\u00fchlte und ihm sehr lange ins Ohr miaute, damit er mit dem L\u00e4rm aufh\u00f6re. Nat\u00fcrlich war er damit nicht erfolgreich. St\u00f6ff war \u00fcbrigens auch an dem Abend mit mir im Ausgang, als ich Karina kennenlernte. Wer weiss, ob ich ohne ihn den Mut gehabt h\u00e4tte sie anzusprechen. Ich kann mich auch gut daran erinnern, als St\u00f6ff frisch verliebt mit Barbara zum ersten Mal bei uns zu Hause vorbeikam. Wir hatten einen sehr sch\u00f6nen Abend zusammen und schon bald darauf erz\u00e4hlte er mir \u00fcbergl\u00fccklich, dass er Vater werde. Kinder zu haben war f\u00fcr ihn als absoluter Familienmensch das sch\u00f6nste \u00fcberhaupt und er platzte fast vor Stolz, als er mir Ennio und sp\u00e4ter dann Mona zum ersten Mal vorstellten konnte. Ich habe die Ehre erhalten G\u00f6tti von Ennio werden zu d\u00fcrfen. Ein weiterer Ausdruck seiner Zuneigung und unserer Freundschaft. In unseren \u00abFamilienjahren\u00bb sahen wir uns dann leider nicht mehr so regelm\u00e4ssig. Aber egal wie lange es seit dem letzten Treffen her war, es war immer, als h\u00e4tten wir uns eben erst tags zuvor gesehen. Immer die gleiche Zuneigung, W\u00e4rme und Geborgenheit. Als g\u00e4be etwas Unsichtbares, was uns verband. Unvergleichlich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Coronazeit sahen wir uns nur ein einziges Mal. Diese Weihnachten verpassten wir uns knapp, als St\u00f6ff und Ennio spontan vorbeikamen, um mir Ennios Weihnachtsgeschenkt vorbeizubringen. An meinem Geburtstag, war er der Erste, der mir gratulierte und sich bei mir f\u00fcr die langj\u00e4hrige Freundschaft bedankte. Da ich gerade auf dem Sprung war, schrieb ich ihm nur kurz zur\u00fcck, bedankte mich auch f\u00fcr seine Freundschaft und schrieb, dass er so oder so immer einen festen Platz in meinem Herzen haben werde. Ich war mich sicher, dass wir uns bald darauf treffen und auf alles, was wir verpasst hatten anstossen werden k\u00f6nnen. Leider kam es nicht mehr dazu. Aber ich bin froh, dass ich es ihm noch schreiben konnte und dass er wusste, dass ich mit ihm immer, auch nach seinem Tod, fest verbunden sein werde. Ich h\u00e4tte mir gew\u00fcnscht noch einen langen Weg mit St\u00f6ff haben zu d\u00fcrfen. Wir witzelten manchmal schon \u00fcber unsere Gebrechen und lachten, als wir feststellten, dass wohl aus der Teilnahme an einem Survivalcamp nichts mehr werden w\u00fcrde. Als ob wir das jemals gemacht h\u00e4tten. Aber der Gedanke zusammen einmal alt zu werden, gemeinsam auf unsere Enkelchen aufzupassen und dabei \u00fcber gute alte Zeiten zu philosophieren, w\u00e4re wirklich sch\u00f6n gewesen.<\/p>\n<p>Jetzt bist Du nicht mehr unter uns lieber St\u00f6ff und Dein Verlust f\u00fcr uns alle ist unbeschreiblich. Ich bin unglaublich dankbar, dass Du Teil meines Lebens warst. Deine Zuneigung, diese W\u00e4rme und Geborgenheit, die Du mir seit dem ersten Tag geschenkt hast, bleibt auch nach Deinem Tod. Das ist unvergleichlich. Du lieber St\u00f6ff warst unvergleichlich. Nothing compares to you\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An den Moment, an dem St\u00f6ff zum ersten Mal in meinem Leben auftauchte, kann ich mich noch genau erinnern. 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